Diskussionsrunden zur Kommunalwahl 2002
Paul Wengert in der "Fabrik": "Sport wird bei mir zur Chefsache"
In einer lebhaften dreistündigen Diskussion zeigte sich Dr. Paul Wengert am 12. Dezember offen gegenüber den Wünschen und Fragen der jugendlichen Besucher im Jugendhaus "Fabrik" und verwies auf sein Engagement für ein Jugendzentrum als Jugendlicher.
Die 70 Jugendlichen aus Lechhausen und Vertreter diverser Verbände hatten sich intensiv auf diesen, vom Vorsitzenden des SJR Dr. Linus Förster moderierten Abend vorbereitet und präsentierten einen Fragenkatalog mit Wünschen und Anregungen.
Angefangen von Problemen mit Anwohnern, über fehlende Basketballkörbe auf öffentlichen Sportplätzen über ein mangelndes Angebot des öffentlichen Nahverkehrs nach 24 Uhr bis zu schlecht beleuchteten Heimwegen, stießen sie beim OB-Kandidaten der SPD auf offene Ohren.
Wengert verwies auf das SPD Parteiprogramm zur Wahl in dem den Bereichen Kultur, Jugend, Soziales und Sport eine besondere Bedeutung gegeben werde. Der Sportbereich solle in Zukunft direkt dem OB-Referat unterstellt werden und somit zur Chefsache werden. Diese neuen Prioritäten sollten notfalls auf Kosten des Straßenbaus finanziert werden.
Auch den Klagen über den schlechten Zustand der Augsburger Schulen wolle er als OB nachkommen und dafür sorgen, dass Schulen besser ausgestattet würden und Schulhöfe und Schulsporthallen auch außerhalb der Schulzeiten geöffnet würden.
Wengert versprach außerdem bei seiner Wahl zum OB in Zukunft regelmäßige Jugendforen abzuhalten, bei denen Jugendliche ihre Wünsche, Kritik und Anregungen präsentieren könnten.
Am Ende der Veranstaltung bedankte sich die 17-Jährige Shila Reichele im Namen der Jugendlichen des Jugendhauses "Fabrik" für den Besuch durch den SPD-Kandidaten und stellte fest, dass sie hoffe, ihn auch im Falle seiner Wahl im Jugendhaus in Lechhausen wiederzusehen.
Anschließend forderten die Jugendlichen Wengert zu einem Kickerduell heraus.
Margarete Rohrhirsch-Schmid in der "Fabrik": "Mir gefällt die Aphrodite immer besser"
Nach dem großen Erfolg der ersten Veranstaltung mit dem OB-Kandidaten der SPD, Dr. Paul Wengert, ging es am 28. Januar in die zweite Runde der kommunalpolitischen Reihe "Wer nicht fragt bleibt dumm". Mehr als zwei Stunden lang diskutierten 90 Jugendliche mit der OB-Kandidatin der CSU im Jugendhaus "Fabrik" in Lechhausen über ihre Wünsche und Fragen.
Ziel des SJR war und ist es, mit dieser Diskussionsreihe, jugendgerecht über die politischen Vorstellungen und Ziele der Augsburger Parteien zu informieren und v.a. den Jugendlichen selbst die Möglichkeit zu geben, deren Spitzenkandidaten "auf den Zahn zu fühlen"...
Sachkundig unterstützt wurde die Kandidatin der CSU dabei von der Jugendreferentin Elfriede Ohrnberger, dem Wirtschaftsreferenten Johannes Hintersberger und einigen jungen Stadtratskandidaten der JU, die ebenfalls bei der Veranstaltung anwesend waren.
Die Fragen und Anregungen der Jugendlichen umfassten konkrete Forderungen und Wünsche für mehr Ausstattungen oder Öffnungszeiten der Jugendzentren, über Verbesserungen von Infrastrukturmaßnahmen bis hin zu Vorschlägen für ein mehr an jugendfreundlichem Augsburg...
Die Diskussion landete aber immer wieder bei dem Hinweis der amtierenden Bürgermeisterin auf die leeren Kassen der Kommune. Bei Fragen nach zusätzlichen Mitteln, beispielsweise für öffentliche Sportplätze oder einer Halle für die Trendsportszene, wurden so immer wieder auf den Mangel an Geldern verwiesen. Herr Hintersberger wies den Wunsch nach einer Ausdehnung der Nachtbusse mit dem Argument zurück, dass das bisherige Angebot von den Jugendlichen nicht ausreichend genutzt wird. Die Stadt gibt momentan ca. 250.000 € pro Jahr für dieses freiwillige Angebot aus.
Auf die Beschwerden eines Jugendleiters, die sanitären Einrichtungen einiger Schulen seien unzumutbar, konterte die Kandidatin, dass es nicht so schwer sei, sich nach einer anderen Turnhalle umzuschauen, deren sanitäre Einrichtungen den Ansprüchen des Sports genügen. Jugendleiter Mathias war fassungslos: "Es war schwer genug, überhaupt eine Halle zu bekommen und als Ehrenamtlicher habe ich leider nicht die Zeit, mich nochmals auf eine langwierige Suche zu begeben."
Und auf die Rückfrage, ob Margarete Rohrhirsch-Schmid persönlich für die Aufstellung der umstrittenen Brunnenfigur "Aphrodite" sei, stellte die CSU-Kandidatin fest, dass sie der Meinung sei die Figur solle aufgestellt werden, die letztendliche Entscheidung über die Aufstellung würde allerdings im Stadtrat fallen.
Eva Leipprand (Bündnis 90/Die Grünen) beim SJR: "Ich verstehe Politik als Moderation von Bürgerinteressen"
Zu Beginn der dritten und letzten Veranstaltung der Reihe "Wer nicht fragt bleibt dumm" zog der stellvertretende Vorsitzende beim Besuch von Eva Leipprand ein positives Resümee der Veranstaltungsreihe: "Ermutigt durch den Erfolg dieses neuen Konzeptes überlegen wir uns ähnliche Veranstaltungen auch in Zukunft zwischen den Wahlen zu machen."
Kerner bedauerte es ausdrücklich, dass sich zur letzten Veranstaltung am Montag, den 18.02.2002 lediglich 20 BesucherInnen eingefunden hatten, verwies jedoch auf die starke Konkurrenz der Podiumsdiskussion der beiden OB-Kandidaten von SPD und CSU am gleichen Abend. Die OB-Kandidatin der Grünen, Eva Leipprand, betonte, sie habe sich sehr über diese Einladung gefreut und hoffe auf eine angeregte Diskussion.
Dies wurde in den folgenden 2 1/2 Stunden auch tatsächlich das Motto des Abends in der Geschäftsstelle des Stadtjugendrings. Die intime Runde diskutierte ausführlich Grüne Schwerpunktthemen, wie den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs und der Fahrradwege.
Auf die kritische Nachfrage, wie denn solche zusätzlichen Projekte bei der knappen Haushaltslage umgesetzt werden könnten, erwiesen sich die OB-Kandidatin und ihre Stadtratskollegin Christine Kamm als engagierte Verfechterinnen einer neuen Verkehrspolitik. Augsburg sei die optimale Radlerstadt, betonte Eva Leipprand in der angeregten Diskussion und kritisierte die Straßenbaupolitik der bisherigen Stadtregierung. Sie sei der Meinung, dass man in Zukunft stärker auf den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs setzen müsse. Dies würde nicht nur eine Stärkung und einen Ausbau des Nahverkehrs bedeuten, sondern auch einen Rückbau von Einfallstrassen nach sich ziehen.
Bei vielen Themen regte die Grüne OB-Kandidatin Bürgerwerkstätten an, in denen die Politiker zusammen mit den Bürgern gemeinsam nach neuen Konzepten suchen sollten. Dies solle auch bei den Nachtbussen geschehen, um ihren Ausbau jugendgerecht zu gewährleisten. Ihrer Meinung nach müsse der Stadt der Nachtbus mehr wert sein als bisher.
Kritik übte die OB-Kandidatin auch an der verfehlten Innenstadtpolitik der bisherigen Stadtregierung und forderte auch hier Bürgerbeteiligung zur Kaisermeile, dem Standort der Aphrodite und der Entwicklung der Innenstadt als Herz der Stadt, der Kultur und des urbanen Lebens.
Auf die Frage nach mehr öffentlichen Sportplätzen wies Eva Leipprand darauf hin, dass sie dem Breitensport mehr Priorität als den großen Sportstädten, wie einem neuen Eis- und Fußballstadion einräumen würde. Gerade die Schulsportstätten würden dringend eine Sanierung benötigen.
Auf den Wunsch nach Freiräumen für junge Subkultur in alten Industrieanlagen reagierte die Grüne Politikerin sehr offen und betonte, dass sie Vorstöße von Jugendlichen zur Bereitstellung von alten Gebäuden für Jugendkultur gerne unterstützen würde.
Zum Abschluss der Veranstaltung bedankte sich Eva Leipprand bei den BesucherInnen für die rege Diskussion und schloss sich der Einschätzung von Jürgen Kerner an, dass eine solche Veranstaltung auch von ihrer Seite durchaus eine Fortsetzung verdient hätte.
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