Bericht über mein FSJ Kultur - von Sarah Jansky

Ein Text von Sarah Jansky:

Am 01. September 2017 begann mein Freiwilliges Soziales Jahr im Jugendzentrum villa (ehemals „k15“). Als ich das Gebäude, das seinem Namen alle Ehre macht, das erste Mal betrat, wusste ich noch nicht, wie sich mein Arbeitsalltag im nächsten Jahr gestalten würde und wie viele tolle Menschen und Erfahrungen mich erwarteten.

In der villa kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Nicht nur Jugendliche im Alter von 12 bis 26 Jahren verbringen ihre Freizeit dort, auch verschiedene Gruppen nutzen die Räumlichkeiten. Zum Beispiel für Bandproben, Yoga, Capoeira, Foodsharing, Graffiti oder für Treffen der Stadt-Schüler*innen-Vertretung. Dadurch habe ich während meiner Zeit in der villa viele verschiedene Menschen kennenlernen dürfen.

So vielfältig und bunt wie das Programm in der villa waren auch meine Aufgaben. Ein großer Teil bestand natürlich aus dem offenen Betrieb. Herausforderungen bei „Mario Kart“ und am Kicker standen auf dem täglichen Programm. Beim Tischtennis wurde ich regelmäßig von den Kids unter den Tisch gespielt und auch auf dem Basketballplatz vor dem Haus kam ich oftmals ganz schön ins Schwitzen. Aber ich durfte mich nicht nur sportlich betätigen, sondern auch die Organisation der Weihnachtsfeier mit übernehmen. Bei der Gestaltung von Flyern für diese und andere Veranstaltungen lernte ich im Handumdrehen mit Grafikprogrammen wie Gimp oder InDesign umzugehen. Auch meine Kochkünste konnte ich in der villa erweitern, denn jeden Donnerstag überlegt sich ein anderer Besucher ein Gericht, das dann gemeinsam gekocht wird.

Im ersten halben Jahr habe ich viele Veranstaltungen, wie die Umbenennungsfeier, das Streetsoccer Turnier, verschiedene Konzerte und die Weihnachtsfeier miterlebt und dadurch gelernt, was es eigentlich bedeutet, Events zu planen und zu organisieren. Mich beeindruckte es sehr, wie viel Arbeit und kreative Menschen dahinterstecken!

In der villa ist jeder herzlich willkommen und für jeden etwas geboten. Man kann sich eigentlich nur wohlfühlen! Morgens weiß man nie was der Tag so bringt. Oft fand ich mich in Situationen wieder, die ich so nicht erwartet hatte. Plötzlich schnippelte ich mit einer Foodsharing

Gruppe kistenweise Gemüse oder saß auf einmal in einem Poetry Slam Workshop.

 

Die sechs Monate in der villa vergingen super schnell, und schon fand ich mich im Modular Büro wieder, in dem die Vorbereitungen für das nächste Festival auf Hochtouren liefen.

Für eine leidenschaftliche Festivalgängerin wie mich war es wahnsinnig spannend, ein Festival mal von der anderen Seite mitzuerleben und zu sehen, wie viel Arbeit, Zeit und Herzblut investiert wird, damit die Augsburger drei Tage Modular genießen können.

Auch hier waren meine Aufgaben sehr vielfältig. Ich durfte die Programmkoordinatorin Anna unterstützen und für sie mit den Programmpartnern in Kontakt treten, Verträge verschicken und Informationen einholen.

Aber ich durfte auch wieder viel mit InDesign arbeiten und Grafiken für die Website, Facebook, Instagram und das Programmheft erstellen. Schließlich übernahm ich sogar die komplette Beschilderung des Festivals. Über die Möglichkeit, in der Arbeit den Umgang mit InDesign zu erlernen und es anwenden zu können, bin ich besonders glücklich und dankbar. Dies hat mich sogar in der Frage „Was will ich eigentlich studieren?“ weitergebracht. Ich durfte nicht nur Grafiken gestalten, sondern diese auch hochladen und einige Bilder und Texte auf der Website oder in die App einpflegen.

Als Warm-Up für das Festival wird jedes Jahr eine Festivalzentrale in der Innenstadt eingerichtet, in der abends und am Wochenende Veranstaltungen durchgeführt und Tickets verkauft werden. Eine dieser Veranstaltungen war der Trödel Trader, ein Flohmarkt, dessen Organisation und Durchführung ich übernehmen durfte. Meine erste eigene Veranstaltung! Es war ein tolles Gefühl, als dann alle Stände standen und tatsächlich Leute vorbeikamen.

Natürlich bin ich auch aus dem Büro herausgekommen: So konnte ich zum Beispiel an Workshops für die Modular Platzgestaltung teilnehmen und habe selber Sitzgelegenheiten aus Altreifen gebaut, die später auf dem Festivalgelände standen. Ich war auf der Vernissage zur Jugendhausausstellung „#selfie“ im Textilmuseum und durfte bei einem Theater Workshop im Rahmen des Brecht Festivals mitmachen.

 

Und schon stand das Modular Festival vor der Tür. Am Sonntag vor dem Festival wurde das Büro zusammengepackt und von da an auf dem Gelände gearbeitet. Spätestens da habe ich verstanden, wieso man den ganzen Stress und die Arbeit auf sich nimmt und wieso alle mit so viel Herzblut dahinterstehen. Es ist überwältigend, wenn das ganze Team mit allen Teamleitern und über 400 Volunteers zusammenkommt und jeder mithilft und mitanpackt.

Während des Festivals war ich für die Betreuung der Programmpartner verantwortlich, beantwortete deren Fragen und löste das ein und andere Problem. Und zwischendurch hatte ich auch noch die Chance, bei den Leoniden auf der Bühne zu stehen oder beim Weißwurstfrühstück zum Soundcheck der Band „Von Wegen Lisbeth“ abzudancen.

Das FSJ hat mich auf jeden Fall vor einige Herausforderungen gestellt. Doch spätestens nachdem ich eine Liste von 20 Volunteers durchtelefonieren musste, war meine Angst vor dem Telefon verschwunden und nach zwei Tagen Programmhefte an der Uni verteilen hatte ich auch kein Problem mehr, fremde Menschen anzusprechen. Sogar mit dem Drucker habe ich mich schlussendlich noch anfreunden können. Einmal tief durchatmen und dann ist eigentlich alles machbar!

Mein Resümee: Es war ein tolles Jahr, aus dem ich viele neue Erfahrungen und Freunde mitnehmen werde!


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